NATIONALPARK EIFEL

WALD, WASSER, WILDNIS

Majestätische Buchen, wilde Bäche, weite Hochflächen und blühende Talwiesen prägen das Landschaftsbild des Nationalparks Eifel. In dem 2004 gegründeten Schutzgebiet lautet die Devise „Natur Natur sein lassen“. Auf einem Großteil der 110 Quadratkilometer verzichtet der Mensch auf jegliche wirtschaftliche Nutzung, so dass die Waldlandschaft wieder in ihren natürlichen Kreislauf zurückfinden kann. Diese einzigartige Wildnis von morgen bietet mehr als 1.400 bedrohten Tier- und Pflanzenarten Schutz, darunter Wildkatze, Schwarzstorch und Biber, Hirschzunge, Wildnarzisse und Geflecktes Knabenkraut.

Der Wilde Kermeter

Bronzemodell des Nationalpark

Die Wildnis für alle erlebbar zu machen ist eines der Ziele der Nationalparkverwaltung Eifel. Der im Mai 2011 fertig gestellte Barrierefreie Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter bietet Wanderern mit und ohne Behinderung, alten und jungen Gästen, Naturerleben hautnah.

Im ökologischen Herzstück des Nationalparks gelegen umfasst der Wilde Kermeter ein barrierefreies Wegenetz von 4,7 Kilometern Länge. Die fein geschotterten Wege mit taktilen Unterschieden in der Bodenstruktur erschließen die international bedeutsamen Rotbuchen-Mischwälder und zwei beliebte Aussichtspunkte des Kermeters. Das am Felsvorsprung Hirschley befindliche Geländemodell lädt nicht nur sehbeeinträchtigte Besucher zum Ertasten der Wald-Seenlandschaft ein. Von der Hirschley eröffnet sich ein weiter Panoramablick über den Rursee, während der Aussichtspunkt Vogelsang-Blick Sicht auf die ehemalige NS-„Ordensburg“ Vogelsang bietet. Alle 250 Meter stehen Bänke zum Ausruhen. Zusätzlich ermöglichen an drei Standorten Sinnesliegen eine neue Perspektive in die entstehenden Urwälder aus zweiter Hand. Der Wilde Kermeter bietet auch barrierefreie Toiletten, Behindertenparkplätze und eine barrierefreie Bushaltestelle am Ausgangspunkt Parkplatz Kermeter.

 

Nationalpark-Tore

Interessierten Nationalparkbesuchern stehen täglich von 10 bis 17 Uhr fünf Informationshäuser mit spannenden Ausstellungen kostenfrei als Anlaufstelle zum Nationalpark zur Verfügung. Diese Nationalpark-Tore kombinieren Tourist-Informationen mit Ausstellungen zu unterschiedlichen Nationalpark-Themen. Das Gemünder Tor stellt „Knorrige Eichen, bunte Spechte und spannende Waldgeschichten" in den Mittelpunkt, während in Heimbach Wildkatze und Schwarzstorch interessante „Waldgeheimnisse" ausplaudern. In Rurberg dreht sich alles um das Thema Wasser als „Lebensader der Natur". Gelbe Wildnarzissen und der Waldwandel im Schutzgebiet locken Besucher in das Nationalpark-Tor in Monschau-Höfen. In Nideggen gilt es, die „Schatzkammer der Natur" zu entdecken.

Seit Juli stehen in allen fünf Nationalpark-Toren Quizbögen zur Verfügung, an Hand derer Rätselfreunde ihr Wissen über die Ausstellungen der Nationalpark-Tore testen können. Für jedes Tor gibt es einen individuellen Fragebogen, und wer alle fünf lösen kann, hat Anspruch auf den Titel „Torjäger im Nationalpark Eifel", erhält eine Urkunde und hat die Möglichkeit, an der Jahresverlosung teilzunehmen. Ab sofort können Kinder, ob alleine, mit Familie, Freunden oder Schulklasse und natürlich auch Erwachsene kostenlos am Quiz teilnehmen und sich der Herausforderung stellen, ein Torjäger des Nationalparks Eifel zu werden.

Alle Nationalpark-Tore bieten mehrere Filme zur Auswahl und ein dreidimensionales Geländemodell, auf das jeder die von ihm gewünschten Themen projizieren kann. Sämtliche Tore sind stufenlos erreichbar und mit barrierefreien Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Zusätzlich verfügen die Häuser teilweise über Blindenleitsysteme, Audioführer etc.

 

Geführte Touren

Fachkundige Begleitung auf Touren im Schutzgebiet gewährleisten Nationalpark-Ranger und zertifizierte Waldführer. Die Nationalpark-Ranger bieten wöchentlich mindestens acht offene Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit an. Die ehrenamtlichen Waldführer führen feste Gruppen nach individuellen Wünschen gegen eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Gruppe und Stunde durch das Schutzgebiet.

In der Sommersaison lässt sich der Nationalpark zusätzlich per Schiff und Kutsche erkunden. Sowohl die von einem Ranger begleiteten Schiffstouren auf dem Rursee als auch die Kutschfahrten auf der Dreiborner Hochfläche sind geeignet für Rollstuhlfahrer mit Begleitpersonen.

 

Kutschfahrten

Die Kaltblüter-Gespanne der Reitanlage Steffens aus Monschau-Höfen pendeln zwischen Ostern bis Mitte Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat zwischen Vogelsang (Adlerhof), Walberhof und der ehemaligen Ortschaft Wollseifen. Abfahrt am Adlerhof ist 11:30 Uhr und 14:15 Uhr. Die einfache Strecke Adlerhof-Wollseifen kostet für Erwachsene 5 Euro, Hin- und Rückfahrt 9 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen die Hälfte. Für Eltern mit bis zu drei Kindern gibt es einen Familientarif (25 Euro).

Die Kutschfahrten sind gut mit Wanderungen und geführten Vogelsang-Geländerundgängen kombinierbar. Für feste Gruppen bieten die Reitanlagen auch exklusive Fahrten zu gewünschten Terminen an.

 

Schiffstouren

Die Schifffahrt über den Rursee richtet sich an alle Nationalparkgäste, insbesondere an Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Da die Nationalpark-Ranger unter anderem ertastbare und duftende Exponate verwenden, ist die Schiffstour auch ein attraktives Angebot für sehbehinderte und blinde TeilnehmerInnen mit Begleitperson. Aufgrund des steilen Zugangs wird RollstuhlfahrerInnen eine Begleitperson empfohlen. Eine Anmeldung ist nur für Gruppen erforderlich. Jeden ersten und dritten Montag in den Monaten April bis einschließlich Oktober, 14:00 Uhr (Mai bis Aug.) bzw. 15:00 Uhr (April, Sept. und Okt.) findet die knapp zwei Schiffstour statt. Treffpunkt ist der Schiffsanleger Schwammenauel.

 

Die Familientage

Familientag im Nationalpark Eifel

Auf kleinen Wanderungen von etwa vier Kilometern Länge erwartet alle naturbegeisterten Kinder und ihre Eltern ein buntes Mitmach-Programm. Im Spiel gilt es aus Tierspuren zu lesen, Pflanzenrätsel zu lösen, das Sehen mit den Händen zu üben, Gerüche, Farben und Formen im Nationalpark aufzuspüren. Andere Kinder kennen lernen, im Sonnenschein unter mächtigen Bäumen ausruhen oder im wilden Wetter warm toben steht auch auf dem Programm.

Die kostenfreien Familientage finden jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 13:30 Uhr und während der Schulferien in NRW zusätzlich Montag bis Freitag zwischen 14:00 und 16:30 Uhr statt. » Infos zu den Familientagen

 

Schöpfungspfad

"Dem Leben auf der Spur" heißt der Schöpfungspfad bei Simmerath-Hirschrott. Das gemeinsame Projekt des Netzwerks "Kirche im Nationalpark Eifel" und der Nationalparkverwaltung ermöglicht meditative Wanderungen. Die zehn Stationen entlang des schmalen Felsenpfades bergauf zur Leykaul und über die Dreiborner Hochfläche ermöglichen einen spirituellen Zugang zur Natur. Tafeln mit weltlichen Texten sowie Ausschnitten aus der Bibel begleiten die Wanderer. Auch ein Steinlabyrinth, das den Weg zur Mitte und damit zu sich selbst symbolisiert, ist integriert. Der Schöpfungspfad ist drei Kilometer lang und kann zum Rundweg erweitert werden.

 

Der Wildnis-Trail: Quer durch – Mitten drin

Beschilderung des Wildnis-Trail

Eine wahre Herausforderung ist der 85 Kilometer lange Wildnis-Trail. Vom südlichen Ende bei Monschau-Höfen bis zur nördlichen Spitze in Hürtgenwald-Zerkall führt der Wanderweg in vier Tagesetappen quer durch den Nationalpark. Wanderstrecken zwischen 18 und 25 Kilometern Länge machen dabei sämtliche Landschaften und Lebensräume des Nationalparks erlebbar. Das Wandererlebnis ist auch als Arrangement mit Übernachtungen bei Nationalpark-Gastgebern, Shuttle zum Ausgangspunkt, Wanderbuch und -karte sowie zahlreichen Optionen wie Gepäcktransport oder zentraler Übernachtung buchbar.

 

Nationalpark-Gastgeber

Speziell geschulte und auf Nationalpark-Besucher ausgerichtete Restaurants sorgen für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Über die Teilnahme an mehrtägigen Fortbildungen qualifizierten sich auch Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze, ein Wohnmobilhafen und ein barrierefreies Gästehaus zu Nationalpark-Gastgebern. Darüber hinaus erfüllen die 14 Betriebe die Qualitäts- und Umweltkriterien nach Viabono bzw. der Marke Eifel. www.nationalpark-gastgeber.eu

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