Roetgen ohne Kirche: der lange Weg zum Gottesdienst

Roetgen

Heute geöffnet
Noch vor Tagesanbruch machten sich evangelische Familien aus Roetgen auf den Weg – bei Wind und Wetter, fast 19 Kilometer zu Fuß. Ihr Ziel: die reformierte Kirche in Stolberg.

Was heute kaum vorstellbar ist, gehörte damals zum Alltag. Denn in Roetgen gab es lange keine evangelische Kirche, da es im kurkölnischen, katholisch geprägten Gebiet lag. Evangelische Kirchen waren dort nicht grundsätzlich verboten, durften aber nur unter strengen Auflagen gebaut werden.

So blieb den reformierten Familien aus Roetgen über viele Jahre nur der Weg nach Stolberg. Dort bestand bereits seit 1617 eine evangelische Kirchengemeinde. Der Alte Kirchweg wurde dadurch zu einem festen Teil ihres Lebens. Manche Familien gingen ihn nicht nur an hohen Feiertagen, sondern regelmäßig – oft jeden Sonntag.

Erst 1782 konnte die Gemeinde in Roetgen eine eigene, schlichte Kirche bauen. Zunächst ohne Turm, aber mit großer Bedeutung für die Menschen vor Ort. Der Alte Kirchweg steht damit für Ausdauer, Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft – lange bevor es in Roetgen ein eigenes Gotteshaus gab.

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