Aussicht über Zweifall: Konfessionen in der Landschaft
Roetgen
Ein Kirchturm in Sichtweite – und doch nicht das Ziel. Von hier aus liegt Zweifall im Blick, mit seiner evangelisch-lutherischen Kirche. Für die reformierten Christen aus Roetgen war sie dennoch kein Anlaufpunkt.
Denn konfessionelle Unterschiede waren im 18. Jahrhundert mehr als Glaubensfragen. Sie regelten Zugehörigkeit, Kirchenrecht und Gemeindeorganisation. Auch wenn sich Reformierte und Lutheraner in ihrem Glauben nahe standen, waren Gottesdienstbesuche über diese Grenzen hinweg unüblich.
So führte der Kirchweg nicht nach Zweifall oder Monschau, sondern weiter nach Stolberg. Der Blick über das Tal zeigt, wie nah sich die Gemeinden räumlich waren – und wie klar sie dennoch von einander getrennt lebten.