Antoniuskapelle

Dorfspaziergang Embken

Nideggen

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Schon in der Steinzeit zog es die Menschen an den attraktiv gelegenen Ort „Em Becken”. Das fruchtbare Bördeland und die bewaldeten, wildreichen Voreifelberge boten beste Lebensbedingungen. Hinzu kamen günstige klimatische Bedingungen und der Wasserreichtum der Gegend. Ein „Rund-um-Wohlfühlpaket“, das auch die Römer hier sesshaft werden ließ. Sogar Wein wurde angebaut. Mit einer der Gründe, die Embken im Spätmittelalter zur wohlhabendsten Gemeinde des Amtes Nideggen machten. So hält denn auch die heilige Sankt Agatha, der die örtliche Pfarre geweiht ist, nur in Embken eine Weinrebe in der Hand. Und noch eine Kulturpflanze verbindet sich mit der Geschichte des Dorfes. Es ist die Weber-Karde. Das große distelähnliche Gewächs wurde vor allem im 19. Jahrhundert angebaut und zum Aufrauen von Stoffen an die Tuchindustrie verkauft. Das idyllische Embken weiß aber auch in neueren Zeiten zu glänzen. Beispielsweise mit der Auszeichnung zum „Golddorf“ 1983 auf Bundesebene des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ oder über viele Jahrzehnte mit einem der größten Schützenfeste des Rheinlandes. Schlendern Sie in Ruhe durch das Dorf am Neffelbach und nehmen Sie etwas mit von dem Wohlgefühl, das Embken seinen Bewohnern seit jeher beschert.

Gelassenheit statt Hektik. Dieses Lebensgefühl strahlt Embken spürbar aus. Fast ein Symbol dafür der stillgelegte Bahnhof am Start Ihres Dorfrundgangs. Entlang gepflegter Bruch- und Fachwerkhäuser führt der Weg zum ältesten Anwesen des Ortes, dem Paländer Hof. 1337 wurde der spätere Lehnshof erstmals erwähnt und ist heute nach liebevoller Renovierung ein Schmuckstück regionaler Baukultur. Doch die Idylle hat − wie in jedem Ort der Welt − auch Risse. Mehrere Stolpersteine vor Häusern, ein Mahnmal am Dorfplatz und zwei Infotafeln verweisen auf die Geschichte der jüdischen Gemeinde Embkens. Sie besaß im „Kir(s)chland“, wo heute Pferde grasen, eine stattliche Synagoge. Die Zerstörung in der Pogromnacht beendete jahrhundertealtes jüdisches Leben im Ort. In der Alten Schulstraße finden sich neben einem sehenswerten Ensemble denkmalgeschützter Lehnshöfe auch zwei ehemalige Schulgebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie belegen, dass Bildung in Embken schon früh einen hohen Stellenwert besaß. Gleiches gilt für das religiöse Leben. Das Fundament des Turms der St. Agatha-Kirche datiert mutmaßlich aus dem 13. Jhd., der heutige Kirchenbau blickt auf fast fünf Jahrhunderte zurück. Komplettiert wird das Dorfzentrum durch eine ehemalige Poststation, den Fronhof und das einstige Gasthaus zur Post. Ein reizvoller Abstecher führt danach aus dem Dorf hin zur Antoniuskapelle. Schönste Blicke über die Bördelandschaft belohnen für den leichten Anstieg. Ebenfalls auf einer Anhöhe gelegen berührt in Stille der jüdische Friedhof mit 26 noch erhaltenen Grabmalen.

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Infos zu dieser Route

Start: Parkplatz am alten Bahnhof

Ziel: Parkplatz am alten Bahnhof

Streckenlänge: 4 km

Dauer: 01:00 h

Schwierigkeitsgrad: leicht

Tourenart: Wandern

Merkmale:

  • Rundtour
  • familienfreundlich

Rureifel-Tourismus e.V.

An der Laag 4
52396 Heimbach
Telefon: 0049 2446 805790

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